BERNARD-MARIE KOLTÈS
Draußen. Immer draußen sein.
Draußen im Regen, als würde der nie enden.
Auf der Suche nach einem Zimmer läuft ein Mann ohne Namen durch die Straßen einer Stadt. Er ist getrieben von seiner Sehnsucht nach einem Zuhause. Dabei erinnert er all die Geschichten, die er in den Vierteln dieser urbanen Schluchten erlebt hat, beschreibt und reflektiert das zivilisatorische Lebensgefühl derer, die am Rand stehen, die fremd sind im eigenen Land.
Mit diesem äußerst poetischen und vielschichtigen Drama hatte der französische Theaterautor Bernard-Marie Koltès 1977 beim Theaterfestival in Avignon seinen ersten großen Erfolg und wird seitdem auf vielen europäischen Bühnen gespielt.
In der Inszenierung von DIE NACHT KURZ VOR DEN WÄLDERN geht es dem THEATERmobileSPIELE darum, diesen heute – vielleicht wieder – sehr aktuellen Text sinnlich erfahrbar zu präsentieren, die Poesie der Sprache zu betonen, ohne die politischen Bezüge zu verlieren, sie aber auch nicht tagesaktuell zu verkleinern. Was Koltès schreibt, ist immer im konkreten Kontext einer machtlosen Gesellschaft zu verstehen. Dabei ist das substantielle Fremd-Sein des Protagonisten ein zentraler Aspekt.